Workshop für HP und HP-Psychs
Genussverfahren in der Psychologie.
Achtsamkeitsbasierte Methoden für die therapeutische Praxis
Den Blick auf das Positive lenken – mit allen fünf Sinnen
Genussverfahren sind achtsamkeits- und ressourcenorientierte Methoden aus der Psychologie, die insbesondere in der therapeutischen Arbeit mit Menschen mit psychischen Belastungen Anwendung finden. Sie werden unter anderem in verhaltenstherapeutischen, achtsamkeitsbasierten und positiv-psychologischen Ansätzen eingesetzt und eignen sich hervorragend für die Arbeit von Heilpraktikerinnen und Heilpraktikern für Psychotherapie.
Ziel der Genussverfahren ist es, die Aufmerksamkeit bewusst vom Belastenden und Ungewollten weg hin zu angenehmen, nährenden Sinneserfahrungen zu lenken und dadurch emotionale Regulationsprozesse zu unterstützen.
Achtsamkeit und Wahrnehmung – theoretische Grundlagen der Genussverfahren
Viele psychische Erkrankungen und Belastungszustände wie Depressionen, Angststörungen, Stress oder Essstörungen gehen mit einer Einengung der Wahrnehmung einher. Betroffene fokussieren sich stark auf negative Gedanken, Gefühle oder Körperempfindungen, während positive Reize kaum noch wahrgenommen oder emotional verarbeitet werden.
Genussverfahren setzen hier gezielt an:
Durch achtsame Wahrnehmung wird die Aufmerksamkeit bewusst auf den gegenwärtigen Moment und auf angenehme Sinneseindrücke gelenkt. Dieser Prozess fördert nicht nur Achtsamkeit, sondern wirkt regulierend auf das emotionale Erleben und unterstützt die psychische Stabilisierung.
Die fünf Sinne als Ressource in der psychotherapeutischen Arbeit
Zentraler Bestandteil der Genussverfahren ist die systematische Aktivierung der fünf Sinne:
- Sehen
- Hören
- Riechen
- Schmecken
- Fühlen
Durch das bewusste Erleben positiver Sinnesreize lernen Patientinnen und Patienten, ihre Wahrnehmung wieder zu erweitern. Auf psychologischer Ebene kann dies dazu beitragen,
- das vegetative Nervensystem zu beruhigen,
- Grübelprozesse zu unterbrechen,
- das Körperbewusstsein zu stärken
- und positive Emotionen wieder zugänglich zu machen.
Genussverfahren wirken dabei nicht nur kognitiv, sondern vor allem erfahrungsorientiert und körpernah.
Genussverfahren als Gegenpol zu Stress, Grübeln und Vermeidung
In der psychologischen Praxis lassen sich Genussverfahren als bewusster Gegenpol zu Anspannung, Vermeidung und gedanklicher Fixierung auf Negatives verstehen. Während Stress und depressive Zustände häufig mit innerer Distanzierung oder permanenter gedanklicher Beschäftigung einhergehen, fördern Genussübungen eine gegenwartsbezogene, akzeptierende Haltung.
Die Patientinnen und Patienten werden eingeladen, im Hier und Jetzt anzukommen, positive Erfahrungen bewusst wahrzunehmen, und diese emotional zu vertiefen, ohne Leistungsdruck oder Bewertungsanspruch.
Genussverfahren für Heilpraktiker:innen für Psychotherapie – praxisnah und wirksam
Für Heilpraktiker:innen für Psychotherapie bieten Genussverfahren eine niedrigschwellige, zugleich sehr wirksame Intervention, die sich flexibel in unterschiedliche therapeutische Konzepte integrieren lässt. Sie eignen sich sowohl für die Stabilisierung in akuten Belastungssituationen als auch für die begleitende Arbeit in längerfristigen therapeutischen Prozessen.
Genussverfahren dienen dabei nicht der Verdrängung belastender Themen, sondern unterstützen die therapeutische Arbeit durch Ressourcenaktivierung, Selbstfürsorge und den Aufbau emotionaler Stabilität. Sie tragen dazu bei, dass Patientinnen und Patienten wieder mehr Lebensqualität, Achtsamkeit und Genussfähigkeit entwickeln können.
Inklusive Materialien
In der Schulung enthalten sind:
- Arbeitsblätter zur direkten Nutzung in der eigenen Praxis
- praktische Anleitungen und Übungen
- alle benötigten Materialien für die Durchführung der Genussübungen
- Lebensmittel und Materialien für das Modul „Schmecken“
Die Teilnehmenden erhalten damit alles, was sie benötigen, um Genussverfahren anschließend eigenständig und professionell anzuwenden.
Ziel der Schulung
Ziel ist es, den Teilnehmenden ein wirkungsvolles, ressourcenorientiertes Verfahren an die Hand zu geben, das leicht in den therapeutischen Alltag integriert werden kann und Patientinnen und Patienten dabei unterstützt, wieder mehr Lebensqualität, Achtsamkeit und Genuss zu erleben.
Samstag, 30.05.26
10:00-16;00 Uhr
Mindestteilnehmerzahl: 6
Preis pro Person: 130 €
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Selbsterfahrung: Die Teilnehmenden erleben die Genussverfahren selbst und erfahren unmittelbar, wie sich diese Methoden anfühlen und wirken. Dies stärkt die eigene Sicherheit und Kompetenz für die spätere Arbeit mit Patientinnen und Patienten.
inkl. Materialien
Dozentin



