Herbst-Specials“
Vier Sondervorlesungen bei MEDIUS

Diesen Herbst gibt es die Möglichkeit in vier besondere Themen aus Medizin und Biologie einzutauchen: Von der Welt der Mikroorganismen über das Mikrobiom und den Einsatz von Antibiotika bis hin zu Schmerztherapie und Geriatrie
– unser Herbst-Special bündelt vier Sondervorlesungen mit zwei Experten.

08.10.26
Schmerzen und Schmerztherapie
Dozent: Dr. Peter Stankowski

…. brennend, stechend, ziehend oder krampfartig – Schmerzen sind unangenehm und oft angstauslösend. Doch sind sie sinnvolle, lebenserhaltende Symptome, die als Warnsignale auf eine Gefahr hinweisen können. In dem Vortrag des Mediziners Peter Stankowski geht es um das Verstehen und Behandeln von Schmerzen. Vorgestellt werden die Anatomie und Physiologie der Entstehung, Verarbeitung und Interpretation von Schmerzen. Sie sind nicht objektiv messbar, sondern werden individuell interpretiert. Einen Erklärungsansatz liefert die sogenannte gate control theory, eine bekannte Schmerztheorie, die neben physiologischen auch psychologische Faktoren bei der Schmerzentstehung berücksichtigt. Man geht davon aus, dass das Rückenmark ein neurologisches „Tor“ enthält, das Schmerzsignale entweder blockiert oder ihnen ermöglicht, zum Gehirn weiterzuleiten. Diese Theorie wird oft verwendet, um sowohl Phantom- als auch chronische Schmerzprobleme zu erklären.
Relevantes Thema auch für die mündliche Heilpraktiker-Prüfung.

15.10.26
Geriatrie
Dozent: Dr. Peter Stankowski

Die Geriatrie befasst sich mit den vielschichtigen Erkrankungen und Bedürfnissen des alternden Menschen. In dieser Vorlesung widmen wir uns der ganzheitlichen Erfassung und Behandlung älterer Patientinnen und Patienten. Den Auftakt bildet das geriatrische Assessment, bei dem etablierte Instrumente wie die Mini-Mental-Status-Examination (MMSE), der Barthel-Index, die Geriatrische Depressionsskala sowie funktionelle Performancetests (z. B. Timed-Up-And-Go) vorgestellt werden. Zudem beleuchten wir die zentralen Krankheitsbilder und Syndromkomplexe der Altersmedizin. Dazu zählen das Frailty-Syndrom und Sarkopenie, Immobilität, Inkontinenz sowie psychosoziale Herausforderungen wie Einsamkeit und Insomnie. Abschließend besprechen wir die Besonderheiten der Polypharmazie nach dem Grundsatz „Start low, go slow“ sowie die Einstufung von Pflegebedürftigkeit. Die Vorlesung vermittelt ein praxisnahes Verständnis für die Diagnose, Prävention und Erhaltung der Alltagskompetenz im Alter.
Relevantes Thema auch für die schriftliche Heilpraktiker-Prüfung.

05.11.26
Mikroorganismen: Impulsgeber für Erde und Mensch
Dozent: Dr. Günther Eberz

Obwohl Mikroorganismen mit dem bloßen Auge meist nicht zu sehen sind, beeinflussen sie das Erscheinungsbild, die essentiellen Stoffkreisläufe und die Entwicklung des Lebens auf unserem Planeten tiefgreifend. Ein grundlegendes Verständnis dieser winzigen Lebensformen ist daher nicht nur essenziell für das Begreifen ökologischer Zusammenhänge, sondern auch unabdingbar für eine gesundheitsbewusste Lebensführung sowie die Praxis in heilenden Berufen.

Dieser Kurs vermittelt fundiertes Grundlagenwissen über die Welt der Mikroorganismen, insbesondere über Bakterien, Archaeen, Pilze, Viren und Phagen. Dabei widmen wir uns zunächst der Stellung von Mikroorganismen in der Natur, ihrer Klassifikation sowie ihren allgemeinen und speziellen Eigenschaften. Zudem beleuchten wir ihre zentrale Rolle im Stoffkreislauf, das Zusammenleben in Symbiosen und den vielfältigen Einsatz von Mikroorganismen im Dienste des Menschen.

Aufbauend auf diesem Fundament gibt der Kurs einen umfassenden Überblick über die Bedeutung von Mikroorganismen für die menschliche Gesundheit sowie ihre Rolle als Krankheitserreger. Hierbei stehen das Prinzip des Metaorganismus, die Pathogenität von Erregern, essenzielle Hygienemaßnahmen und der zielgerichtete Einsatz von Antibiotika im Mittelpunkt.

12.11.26
Metaorganismus: Das Mikrobiom des Menschen
Dozent: Dr. Günther Eberz

Mikroorganismen haben unseren Planeten lange vor dem Menschen besiedelt und besetzen nahezu jeden Lebensraum auf der Erde. Auch der Mensch selbst ist nicht steril, sondern beherbergt in und auf sich eine Vielzahl unterschiedlicher Mikroben, die gemeinsam sein Mikrobiom bilden.

Schon vor mehr als einhundert Jahren wurde die gesundheitsfördernde Aktivität bestimmter Mikroorganismen entdeckt. Heute versteht man diese nützlichen Helfer als essenzielle Bestandteile unserer Mikrobiom-Gemeinschaft. Gerät dieses empfindliche Gleichgewicht aus den Fugen, kommt es zu Dysbiosen, die verschiedene Krankheiten begünstigen können. Wir selbst haben jedoch die Möglichkeit, unser Mikrobiom und damit auch unsere körperliche Widerstandskraft sowie das persönliche Wohlbefinden aktiv zu stärken – etwa durch eine gezielte Ernährung mit Präbiotika. Darüber hinaus wird den Mikroorganismen selbst, beispielsweise in Form von Probiotika, ein hohes therapeutisches Potenzial zugeschrieben.

Dieser Kurs vermittelt fundamentale Grundlagen für ein starkes Gesundheitsbewusstsein und die alltägliche Praxis in heilenden Berufen. Im Fokus stehen dabei das Konzept des Metaorganismus, der Aufbau des menschlichen Mikrobioms sowie die vielfältigen Einflussfaktoren auf seine Zusammensetzung. Wir untersuchen die Wirkung der Mikrobiota auf verschiedene körperliche Prozesse mit einem besonderen Augenmerk auf den Darm. Zudem beleuchten wir die Entstehung von Dysbiosen, den Einfluss von Medikamenten wie Antibiotika und den gezielten Einsatz von Prä-, Pro-, Syn- und Postbiotika. Abgerundet wird der Kurs durch praktische Ansätze, wie sich die Ernährung nachhaltig darmgesund gestalten lässt.

Über die Dozenten

Dr. Peter Stankowski

… ist Kinderarzt und unterrichtet seit vielen Jahren Pädiatrie bei uns an der MEDIUS. Er hat auch in der Entwicklungshilfe gearbeitet, unter anderem in Nicaragua. Mit jahrzehntelanger Erfahrung und ungebrochener Begeisterung unterrichtet er auch mit seinen über 90 Jahren noch und gibt sein Wissen in den beiden Vorlesungen zu Schmerztherapie und Geriatrie weiter.

Dr. Günther Eberz

…ist Diplom-Biologe mit den Schwerpunkten Molekularbiologie und Genetik. Mit seinem Expertenwissen gibt er uns spannende Einblicke in die Welt der Mikroorganismen, des Mikrobioms und dem Umgang mit Antibiotika – ein Bereich, dessen Bedeutung für unsere Gesundheit wir immer besser verstehen.

Organisatorisches


Alle Vorlesungen finden donnerstags von 18:00 bis 21:20 Uhr im Hybrid-Format statt – Teilnahme also wahlweise vor Ort oder online.

Für die Durchführung ist eine Mindestteilnehmerzahl von 8 Personen pro Vorlesung erforderlich.

Kosten
60 € pro Vorlesung für MEDIUS-Teilnehmer:innen
75 € pro Vorlesung für externe Teilnehmer:innen

200 € im Paket (alle vier Vorlesungen)

Für die Durchführung ist eine Mindestteilnehmerzahl von 8 Personen pro Vorlesung erforderlich.

Zur Anmeldung