Zusatzmodul
Psychopathologie
für Berater:innen & Coaches
Zwischen Coaching und Therapie – Psychische Störungen erkennen und verantwortungsvoll handeln lernen
Dieses Modul ist ein 11-Einheiten-Onlinekurs zur sicheren Abgrenzung zwischen psychologischer Arbeit und pathologisch orientierter Psychotherapie. Dieses Modul richtet sich an Menschen, die psychologisch, beratend oder coachend arbeiten und dabei immer wieder an die Grenze zum Pathologischen gelangen. Es schärft das professionelle Urteilsvermögen dafür, wo psychologische Beratung endet und behandlungsbedürftige Erkrankung beginnt.
Im Zentrum steht die Fähigkeit, psychische Phänomene fachlich einzuordnen und krankheitsrelevante Warnsignale zuverlässig zu erkennen.
Die Teilnehmenden lernen:
- wann psychische Auffälligkeiten einen Krankheitswert im Sinne von ICD-10 bzw. ICD-11 haben,
- diese in einem strukturierten Interview zu erurieren und
- einzuschätzen, ab welchem Punkt eine Weiterleitung an ärztliche oder psychotherapeutische Fachstellen notwendig wird.
Ein besonderer Fokus liegt auf der Grenzklärung in Gesprächen:
Die Teilnehmenden werden befähigt, strukturierte, sichere Gespräche zu führen, in denen sogenannte Red Flags im Sinne eines orientierenden psychopathologischen Befundes erkannt und benannt werden können mit dem Ziel: Sicherheit, Klarheit und professionelle Verantwortung in der eigenen Rolle.
Inhalte der Ausbildung
Diese Einheit legt das Fundament des gesamten Moduls.
Die Teilnehmenden setzen sich mit den Berufsrollen in der psychologischen Arbeit auseinander und klären, wo Coaching und Beratung enden und psychotherapeutische Behandlung beginnt. Neben einem Kennenlernen in der Gruppe werden ICD-10 und ICD-11 als Orientierungsrahmen eingeführt – auch das DSMV. Besonderes Augenmerk liegt auf Haltung, Verantwortung und professioneller Abgrenzung.
Ab wann spricht man von einer seelischen Erkrankung? Was unterscheidet psychisches Leiden von psychischer Krankheit?
Diese Einheit vermittelt zentrale Leitsymptome psychischer Erkrankungen und führt exemplarisch in das Störungsbild der Schizophrenie ein. Ziel ist ein erstes Gespür dafür zu entwickeln, wann psychologische Begleitung nicht mehr ausreicht.
Im Fokus stehen Persönlichkeitsstörungen (ICD F6), mit besonderem Schwerpunkt auf Borderline- und narzisstischen Strukturen. Die Teilnehmenden lernen, wie sich gestörte Persönlichkeitsorganisationen auf Selbstwert, Beziehungsgestaltung und Mindset auswirken – und warum diese Störungen im Coaching- oder Beratungskontext besondere Herausforderungen darstellen.
Diese Einheit widmet sich dem Spannungsfeld zwischen Neurodivergenz und Pathologie. Thematisiert werden ADHS, Autismus-Spektrum, Hochsensibilität sowie Intelligenz-, Entwicklungs- und Verhaltensstörungen (F7–F9), insbesondere bei Kindern und Jugendlichen. Auch Themen wie Medikation (z. B. Ritalin), Stress, Mental Load und gesellschaftliche Überforderung werden kritisch beleuchtet.
Wie gehen Menschen mit Belastung um – und wann wird Coping krankmachend? Anhand des Vulnerabilitäts-Stress-Modells (u. a. am Beispiel Schizophrenie) lernen die Teilnehmenden gesunde und ungesunde Bewältigungsstrategien kennen. Themen wie Selfcare, Stressachsen, Burnout, Boreout, Imposter-Syndrom, Leistungs- und Erwartungsdruck sowie negatives Coping durch Flucht, Sucht oder Alternativrealitäten werden differenziert betrachtet.
Psychologisch arbeitende Menschen sind Teil eines größeren Versorgungssystems. Diese Einheit vermittelt Sicherheit in der Zusammenarbeit mit Psychotherapeut:innen, Psychiater:innen, Jugendamt und Notfallstrukturen (z. B. 112).
Zudem erhalten die Teilnehmenden einen Überblick über gängige Therapieverfahren, um Weiterleitungen fachlich fundiert und transparent gestalten zu können.
Angst gehört zum Leben – aber nicht jede Angst ist gesund. Diese Einheit behandelt Angststörungen, Phobien und Zwangsstörungen (F4) sowie Belastungs- und Anpassungsstörungen. Auch die kindlichen Ausprägungsformen der Angst werden thematisiert und in einen Entwicklungskontext gestellt.
Schwankende Stimmungen, emotionale Abflachung oder übersteigerte Euphorie – was ist noch menschlich, was krankhaft?
Die Teilnehmenden beschäftigen sich mit Depression, Manie und bipolaren Störungen (F3) sowie mit paranoiden und hebephrenen Erscheinungsformen. Ein besonderer Fokus liegt auf Gefühlsregulation, Einsamkeit und Realitätsprüfung.
Wenn Essen, Schlaf oder Sexualität aus dem Gleichgewicht geraten, kann dies Hinweis auf tiefere Störungen sein. Diese Einheit beleuchtet Ess- und Schlafstörungen, sexuelle Dysfunktionen (F5) sowie die Differenzialdiagnostik bei Erschöpfung, Lustlosigkeit und Antriebsmangel. Auch Zusammenhänge mit Persönlichkeitsstrukturen werden thematisiert.
Diese Einheit vermittelt Handlungssicherheit in akuten Situationen. Im Mittelpunkt stehen Krisenintervention, Umgang mit Suizidalität, häusliche Gewalt, Mobbing und Abhängigkeitserkrankungen. Die Teilnehmenden lernen, Warnsignale frühzeitig zu erkennen, Verantwortung zu übernehmen und angemessen zu reagieren.
Zum Abschluss wird alles zusammengeführt. Die Teilnehmenden lernen, eine strukturiertes Interview in Anlehnung an einen echten psychopathologischen Befund zu führen. Ziel ist es, Red Flags (Warnsignale) klar zu identifizieren – und fundierte Entscheidungen über Weiterleitung oder Abbruch psychologischer Arbeit zu treffen.
Das Modul ist Teil des Ausbildungskonzeptes der MEDIUS Heilpraktikerschule und ergänzt bestehende Module wie:
- Kids-Modul – Psychiatrische Erkrankungsbilder bei Kindern
- Basismodul Psychologie – „Mini-Studium Psychologie“
- Heilpraktiker für Psychotherapie – Ausbildung
Es fungiert als verbindendes Scharnier zwischen Grundlagenwissen und verantwortungsvoller praktischer Anwendung als psychologischer Coach oder psychologische Berater:in.
Online-Live-Kurs
(es wird nicht aufgezeichnet)
Kursstart:
Mittwoch, 15.04.26
+ 10 weitere Termine
Einstieg auch später möglich
Kurszeit:
18:00 – 21:20 Uhr
Kursgebühren:
770 €
(Ratenzahlung nach Absprache möglich)
Online-Infotermin
Di, 17.03.26 um 18 Uhr
mindTV-Teilnehmer:innen erhalten 10% Rabatt
Dozentin



